Freitag, 24. Oktober 2014

The smelly Bommelslipperträger of Kieser Training


Morgens um acht in des Kiesers Umkleidekabine. Wie ist es möglich, dass jemand um diese Uhrzeit schon so nach abgestandenem Schweiß stinkt, dass mir die Augen tränen?

Okay, wer morgens trainiert, der denkt sich vielleicht "Hey dusch' ich später, weil ich schwitz' ja sowieso und bevor ich zweimal dusche (Wasserverschwendung! Umweltschutz! Hallo?), fass' ich das zusammen und dusche nach dem Training."

Oder er denkt sich eventuell "Hey, ist doch alles egal, bei Kieser in der Umkleide stinkt es sowieso nach alter Socke, Ammoniak und Blauschimmelkäse gepaart mit diesem unterschwelligen Geruch nach Leiche - ein Geruch, den manche hier wohl schon vorauseilend für sich annehmen, weil es in ein paar Jahren (oder so wie manche aussehen nächsten Monat schon) eh soweit ist und der Gevatter mit der Sense unvermeidliche Tatsachen schafft. Hey, puh, bitte, ich pfeife hier meine letzten Atemzüge, da muss ich doch nicht auch noch duschen. Das bringt doch nix und verschwendet nur Wasser (Umweltschutz! Hallo?)."

Der Typ, der da morgens um acht neben mir modert, trägt auch noch Bommelslipper. Hasse ich sowieso. Bommelslipperträger sind immer Arschlöcher. 80er-Jahre Pseudocasanovas mit langem grauen Minpli, aus deren bis zur Hirschbratenplautze geöffnetem Hemd drei krause Brusthaare lugen. Dumme Animateurprovinzvögel aus dem TUI-Katalog, deren Lebensinhalt darin besteht, alte Witwen in alten Hotelanlagen irgendwelcher zubetonierter spanischer Küstenstriche um ihr Geld zu prellen. Mittlere Führungskräfte tragen Bommelslipper. Alle. Arschlöcher von der Sorte, die Freude daran gefunden haben, andere am Arbeitsplatz zu schikanieren, seit ihnen Mama den Mörser weggenommen hat, in dem sie immer die Eidechsen aus dem Garten zermahlen haben, um sich den Fleischmus danach auf den Penis zu schmieren, damit der wächst. Mittlere Führungskräfte sind das Letzte - nicht nur wegen der Bommelslipper. Eh Frau Pommerenke, drucken Sie das nochmal aus, ich habe ein Angeberfremdwort eingefügt, das ich bei Wikipedia gefunden habe. Hallo! Buchen Sie mir mal einen Flug zur Frankfurter Zentrale. Business. Geht nicht? Wieso geht nicht? Heh was? Was heißt Sie wollen meinen Wagen nicht in die Waschanlage fahren? Ich bin beschäftigt! Wann soll ich das denn machen?

Bommelslipper sind ein Charakterfehler.

Muff. Muff. Modert der Typ. Modern seine Bommelslipper. Und als er seine Trainingshose auszieht, zieht ein Windhauch Penisgrind zu mir rüber, einer von der Sorte, der nach dem abendlichen Onanieren die restliche Nacht feuchtwarm unter der Vorhaut reifen konnte wie ein Roquefort in seiner schimmeligen Höhle und der jetzt den Duft von vergammeltem Torf verströmt, in dem vergorene Taubeneier geplatzt sind und ein fettsüchtiger Lurch vor Wochen an Lepra verstarb.

"Wollen Sie in die Dusche? Sie können gerne vor." frage ich in der wahnwitzigen Hoffnung, ihm ein Brücke zu bauen. Ich würde ihm sogar die letzte freie Dusche überlassen und warten, bis eine andere frei wird. No prob. Absolut nicht.

"Nein." sagt er, schüttelt den Kopf und zieht sich die Hose an.


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The Kieser Tales:

The old fart of Kieser-Training
The Unholy Sprallo of Kieser-Training (feat. The Desperate Drängelrentner)
The Incredible Jungdynamiker of Kieser-Training

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Unterdurchschnittliches Wichsen


Hihihi Penis.

(tagesspiegel.de, leider schon korrigiert)

Halloweenwürstchen


Schauen Sie mal, es gibt neuen Unsinn zu kaufen. Blep Blep, kaufen Sie Halloween-Würstchen. Hihi gnarf gnarf ist das nicht lustig, drollige kleine Kürbisse auf unseren gepressten Fleischabfall gedruckt, gestanzt, gemalt oder was weiß ich denn wie die das gemacht haben, mit irgendeiner ätzenden Flüssigkeit in den prekären Kunstdarm gefräst vielleicht, ich hab' keine Ahnung, ich seh' nur noch Kürbisse, denn bald ist wieder Halloween und jeder Schrott, der weg muss, wird damit beworben, auf dass werbeweichgespülte arme Lichter das kaufen, was vor einigen Wochen noch WM-Scheiß und davor Valentinstagsgedöns und davor Weihnachtsfirlefanz war.

Gab es vor kurzem nicht noch Würstchen mit Fußballaufdruck? Bestimmt, so etwas lassen sie sich doch nicht entgehen, so wie jetzt kurz vor Halloween die Supermärkte voll stehen mit Warenschrott für Komplettdebile bevor direkt danach Weihnachten übernimmt: Alte Gummitiere, furztrockene Kekse neu eingetütet, eingeschmolzene Schokolade von Ostern. Und Cupcakes. Meine Güte, kaufen Sie schnell. Bald ist es vorbei, dann gibt es das alles nicht mehr, kaufen Sie, Sie Marketingopfer wollen es doch auch, nur für kurze Zeit, künstliche Verknappung, sie verstehen? Der Mensch hat immer Angst, etwas zu verpassen. Nun schauen Sie nicht so konsterniert. Jeder mag Dinge, die bald knapp werden. Ein Hauch von Exklusivität für Menschen, die nie exklusiv sind. Und genau deswegen können wir jetzt das für teuer verkaufen, was wir in zwei Wochen für ein Drittel des Preises ins Ramschregal vor die Kasse schmeißen, weil es dann keiner mehr haben will. Benjamin Blümchen, Bibi Blocksberg, Halloween, WM, Ostern, Valentinstag, Weihnachten, Frohnleichnam, ist uns doch egal was wir auf die Verpackung drucken, würde es sich verkaufen, würden wir auch dreibeinige Welpen mit Staupe dafür nehmen. Oder Papa Schlumpf mit Analplug im Pöter. Oder die tote Oma, uns doch egal. Bald ist Halloween und die beknackten Nachbarsbratzen stehen mit so überteuert wie hässlichen Kostümen vor Ihrer Tür und wollen Süßigkeiten, damit sie noch fetter werden, also kaufen Sie Cupcakes mit Bubble Gum Flavour, das wirkt. Ballyho! Werfen Sie was in den Sack, kommen Sie, lassen Sie sich nicht lumpen, machen Sie mit, alle machen mit. Kaufen Sie! Werfen Sie! Happy Happy Halloween.

Ach kuck mal da, so ein schöner Kürbis auf der Gammelwurst. Ach komm, ich kauf' das. Das Glas kriegen die Veganerbratzen von nebenan. Statt Bonbons. Die werden Augen machen.



Mittwoch, 22. Oktober 2014

Lass mal netzwerken - Links vom 22. Oktober 2014


Mögen Sie Captchas? Ich nicht. Bei den meisten brauche ich quälende Minuten, bevor ich einen Kommentar hinterlassen kann und lasse es deswegen oft sein, wenn das Knobeln, was das nun wieder für Hyroglyphen sind oder wer hier wieder Ausdruckskunst auf weiße Fläche ejakuliert hat, zu lange dauert und mich nervt.

Seit gestern gibt es hier bei Blogspot bei manchen Kommentierenden (watch this, Jabba, perfekt gegendert) ein Captcha, obwohl ich diese Funktion im Dashboard dieses Blogs deaktiviert habe.

Wenn ich die für mein fehlendes Talent zu technische Diskussion im Hilfeforum dieser Plattform hier richtig deute, liegt es an einem enorm hohen Spamaufkommen in diesem Blog, was dazu führt, dass Google jene, die (wahrscheinlich aus gutem Grund) Cookies von Drittanbietern deaktiviert haben, mit einer solchen Hürde belästigt, damit sie sich als Mensch verifizieren - auch wenn ich das Feature explizit ausgeschaltet habe.

Dafür kann ich nichts, das ist hier eben ein Moloch von Bloganbieter, der es mir ermöglicht, kostenlos und bar jeder technischen Kenntnisse (ich habe keine, ich bin schon an Wordpress gescheitert) vor mich hin zu bloggen ohne Arbeit mit Spam, Hacks und sonstwas zu haben, das andere Blogger offenbar tagesfüllend beschäftigt. Im Gegenzug fickt er mich (ok, dieses Mal strenggenommen Sie) eben hin und wieder mit nervigen Verschlimmbesserungen, wenn er das will. So ist der Deal. Life is hard and then you die, will sagen: Da müssen Sie jetzt durch. Ich kann nichts für Sie tun.

Nun zu den Links der letzten Tage. So viel Lesenswertes, so wenig Zeit:

Fliegende BretterWer ist hier schamlos?
In diesem Land wird viel zu wenig gestreikt. Die Arbeitnehmer nebst ihren Vertretungen sind so brav, dass es mir Schmerzen bereitet. Wahrscheinlich haben sie Schiss vor dem medialen Sturmgewitter, dass die wirtschaftsnahe Presse gerade über der GdL entfacht.

Das selbe Horn:

ad sinistramDie Solidarität, die bestreikt wird
Telepolis"Dumm", "verantwortungslos", "irre"
SpiegelfechterStreikland Deutschland – sagt mal, geht’s noch?
Nico BrünjesBahnstreik
Genuss ist NotwehrEin Hecht ist ein Hecht – und ein Streik ein Streik

holy fruit salad!Gift und Galle spucken!
Über Methoden des Jobcenters, Hilfeempfänger für geistig behindert erklären zu lassen, um die Fallzahlen zu senken.

kreuzberg süd-ostStaying alive
Sie hatte gar keinen Blutdruck mehr.

Das Nuf AdvancedMama Leaks
Gelegentlich komme ich nicht daran vorbei, auch mal ein Alphablog zu verlinken. Hier zum Beispiel, auch wenn wahrscheinlich jeder, der ein Mausrad bedienen kann und NSA von NSU unterscheiden kann, diesen Text schon längst gelesen hat, der nun wirklich von jedem regelmäßig irgendwohin verweisenden Blog verlinkt wurde, wirklich jedem. Jetzt auch hier. Ausgesprochen schöner Bogen vom Kitakind zur allgemeinen Totalüberwachung. Toller Text.

textkriegDie Naziheimat möchte keine Moschee
Das Volksempfinden spricht. Da ist sie wieder, die Erleichterung, in einer großen Stadt zu leben.

Misanthropin wider WillenOpa schreibt...
WhatsAppen mit dem Opa. Ach, die Alten. Sie bemühen sich ja.

awesomaticDer tiefste Pool der Welt
Awesome.

VoodooSchaaf-BlogNeues Mittwochs-Wasn-Dasn
Es ist ein Vierfach-Dildo. So, und jetzt klickense ma'. (hier die Auflösung)

Benedikt Narodoslawsky bloggtGestern hat mir die Twitteria den Abend versaut
Ich glaube, wer Gegenwind, -sturm respektive -orkan nebst Sticheleien, Beleidigungen und kübelweise Jauche nicht abkann, sollte nicht ins offene Internet gehen. Das ist der falsche Ort für Sensible.

Dazu passt:

nutellagangbangDiskussionskultur in a nutshell: 10 klassische Antworten auf ein Statement im Internet
Antworten Sie noch auf Kommentare im Internet?

Pro2kollGuten Tag, Kabel Deutschland am Apparat…
Callcenteranrufer verarschen. Das kann zur Sucht werden, glauben Sie mir. (via too much information)

Am Rande der GesellschaftAuf dem Sofa
Was ist das nur für ein kranker Humor, der mich darüber lachen lässt...?

Das Schönste an Deutschland ist die AutobahnDie F.A.Z. hat es wieder getan! Ein tolles neues Wort erfunden, aus dem Wörterbuch des … naja, des F.A.Z.-Lesers eben. Das Wort lautet: „ZWANGSBEGRÜNUNG“
Es ist immer gut zu wissen was in Stuttgart so geht, denn etwa anderthalb Jahre nach Implementierung dort kommt jeder Trend auch nach Prenzlauer Berg.

So. Essen. Füsch. Und noch 'ne lange Überschrift:

Arthurs Tochter kochtFrom nose to tail - Fred VI. oder auch ganzer Lachs aus dem Ofen in Schalottensahne nach Wolfram Siebeck, serviert mit meinem Lieblings-Riesling


Dienstag, 21. Oktober 2014

Der psychedelische U-Bahnhof, der legendäre Filz und der bestehende Ersatzverkehr


Der Bahnhof Jungfernheide beherbergt eine U-


und eine S-


Bahnstation.

Unten auf dem in psychedelischen Farben der 70er gehaltenen U-Bahnhof


zeigt die BVG wie es so mit den wichtigen Infrastrukturmaßnahmen der Stadt Berlin läuft.

Und es läuft gar


nicht.


Der U-Bahnhof weist nämlich zwei Bahnsteige für eine Linie auf, die es gar nicht gibt, die geplant ist und geplant ist und geplant ist (und geplant ist) und die es voraussichtlich nie geben wird: Die U-Bahnlinie von Hauptbahnhof über Turmstraße bis Jungfernheide, die viele potenzielle Fahrgäste hätte, folglich sinnvoll wäre und genau deshalb in Berlin keine Chance auf Realisierung hat wie eine Verlängerung der U7 nach Schönefeld beziehungsweise zu dem Flughafen, dessen Name sich niemand mehr traut auszusprechen, weil er wie ein ruinöses Symbol für den ewigen Filz, die legendäre Unfähigkeit und die sagenhafte Verschlumpftheit derer steht, die Verantwortung tragen, aber sie nicht übernehmen. 

Den Flughafen hätten sie nach jemandem benennen sollen, den die Stadt hasst. Den La Belle-Bomber. Irgendeinen Hellersdorfer Nazi. Meinen alten Mathelehrer. Oder ganz aktuell: Abu Bakr al-Baghdadi. Wäre ich Willy Brandt und nicht schon längst tot, würde ich mir überlegen, ob es nicht besser wäre, mir eine Kugel in den Kopf zu schießen - um die Fremdscham loszuwerden. 

Oben ergänzt die S-Bahn das traurige Gesamtbild, indem entweder Aufzug


oder Rolltreppe


oder oft auch beides nicht funktioniert.

Dann dürfen Menschen mit Kinderwagen kostenlos ihre viel zu schlaffen Muskeln trainieren. Und Gehandicapte sind eben gehandicapt. Life is a bitch.

Und weil es sonst nicht vollständig wäre, funktioniert auch der Ringbahnverkehr hier auf der Linie oft nicht oder nur eingeschränkt. Das alte Bild in Berlin - ein Schriftband auf dem Anzeiger, dass irgendwas bei der S-Bahn nicht funktioniert:


Pendelverkehr. Ersatzverkehr. Zugschaden. Weichenstörung. Signalstörung. Pendelverkehr. Ersatzverkehr. Weichenstörung. Wir bitten um Verständnis. Zugschaden. Zugschaden. Ersatzverkehr. Besteht und besteht und besteht. Immer wieder und immer wieder und immer wieder. Wie ein Naturereignis. Kann man nichts gegen machen, denn wieder ist keiner verantwortlich, niemand da, den man teeren, federn und danach zur Stadt hinaus jagen könnte für diese Zumutung, die S-Bahn heißt und selbst in den letzten Kriegstagen, als die Rote Armee schon die Oder überquert hatte, zuverlässiger fuhr als heute.

Der Verkehrssenator, in dessen Zuständigkeit der ganze todtragische S-Bahn-Müll fällt, wird jetzt Bürgermeister dieser Stadt. Schuhu Baby Blue. So läuft das hier. Sie machen nix? Sie werden was. Verlassen Sie sich drauf.

Achtung! Achtung! Bitte beachten Sie, zwischen Greifswalder Straße und (fügen Sie hier einen beliebigen Ringbahnhof ein) besteht Schienenersatzverkehr. In Fraktur: Sie können uns mal, Fahrgastpöbel.

Und wenn Sie den monatlichen Beitrag für unsere Farce nicht bezahlen, werden wir ihn eintreiben.

Wir bitten um Verständnis.

Samstag, 18. Oktober 2014

Junkfraß aus der Industriehölle (3)


Außerdem fange ich langsam an zu glauben, dass alles, was ich unternehme, um mein Leben zu verlängern, nur die Qualen vergrößert, es zu durchleben.

Problematisch ist nicht das Nachlassen der Kräfte. Problematisch ist das Anwachsen des Starrsinns.
Chris Kurbjuhn


Kürzlich ist mir aufgefallen, dass ich im Querschnitt zu gut esse. Es gibt nichts zu beanstanden. Nichts zu verreißen. Nichts was zum Sich ärgern taugt. Und das langweilt auf Dauer. 

Ich kenne das ja. Das Gefühl, mich für meine Verhältnisse unausgewogen gut zu ernähren, kommt immer wieder mal und wenn es soweit ist, streife ich durch die Supermarktgänge und kaufe Unsinn. Dreck, Junk, Gülle, Scheißfraß, ich brauch' das manchmal. Wer Dreck frisst, weiß das Gute wieder zu schätzen. Oder so. 

Was ist das hier?


Dönersnack. Von Netto. 1,89 die Packung. Mit Huhn. Ich möchte schon beim Anblick kotzen. In meinem wundgescheuerten Geist tanzen abgewrackte Hühner voller Beulen und Pest. Auf einem Bein. Weil sie sich das andere vor lauter Elend selbst abgefressen haben und sich nun im blutigen Stumpf der Eiter, der Grind und die Würmer sammeln. Wofür reicht das noch? Für Geschnetzeltes aus dem Tiefkühler? Für Chicken Nuggets? Oder doch nur für Netto für 1,89?

Als ich das traurige Ding nach sieben Minuten aus dem Ofen hole und reinbeiße, fällt es erstmal auseinander.


Wie ein echter Döner. Haha. Ein Stinkedreieck, das sich nicht im Raum verteilt, ist eben kein Stinkedreieck. Und wenn man es nicht in der S-Bahn frisst und alle anderen damit eindampft, ergibt das Dasein in dieser Stadt der ewigen S-Bahn-Fresser erst recht keinen Sinn.

Boar. Säuerlich. Was ist das? Haben die fauliges Fleisch in Essig eingelegt? Oder ist das die Joghurtsoße? Ist die schon drüber? Nee, die Verpackung sagt, der ganze Ranz sei noch haltbar, also ist das mitnichten verfault, sondern offenbar gewollt. Ein Zwiebelschnitz verfängt sich zwischen meinen Zähnen, er schmeckt modrig, wie Erde. Gegensätze. Säuerlich und modrig. Toll, so ein Würgereiz als Gimmick. Ich kann nicht mehr und gebe auf.

Bevor ich den ganzen Müll in den ... jaja ... Müll befördere, fällt das furztrockene, aber trotzdem seltsamerweise vollkommen durchgefettete Laborbrot, das den ganzen Abfall umrahmt, komplett auseinander. Räudig ist gar kein Ausdruck.

Dreck. Ja. Kulinarischer Dreck. Das ist ein Ausdruck. Geldgrab. Das auch. Hurra, es ist wieder soweit. Kohle abgedrückt. Dafür Unsinn bekommen. Schlimmen Unsinn. Toll. Jetzt geht's wieder für eine Weile.


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Junkfraß aus der Industriehölle
Junkfraß aus der Industriehölle (2)

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Beinspreizhebel


Neulich bei Kieser. Deutsche Sprache in ihrer ganzen Brutalität. Abschiebungsvollstreckung. Gewahrsamsanordnung. Zwangsbeitreibungsverfahren. Personenvereinzelungsanlage. Abrichthobelmaschine. Eignungsfeststellungsverfahren. Wachstumsbeschleunigungsgesetz. Spitzenrefinanzierungsfazilität. Und Beinspreizhebel. Ein Vokabular wie eine Katjushabatterie.


Mittwoch, 15. Oktober 2014

Debil durch das Festival of lights


Manchmal will sich Berlin fein machen. Und wie macht man sich fein, wenn man potthässlich ist? Man dimmt das Licht und sorgt für optimale Beleuchtung. Dann sieht man die Fältchen nicht, die Pustelchen, die Narben.

Festival of lights.

Es fahren Busse zu allen ausgeleuchteten Sehenswürdigkeiten, die in allen möglichen Farben strahlen, und natürlich fahre ich da mit.

Die Linden.


Der Gendarmendom.


Der Eiffelturm für Arme.


Charlys Schloss.


Der Hauptbahnglaskasten.


Das Tor.


Der Penis...


... wechselt die Farbe.


"Kann meiner auch" ruft es von hinten.

Haha, so siehst du aus, du Ballermannfrettchen.

Ich mag Berlin. Weil es manchmal aus seiner himmelschreienden Potthässlichkeit das Beste rausholt.


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Das Festival of lights läuft noch bis 19.10.14. Meine Bilder sind von 2012. Ich hab' versäumt welche zu machen und werd's wohl auch nicht mehr schaffen. Für aktuelle und sowieso viel schönere Bilder schauen Sie mal hier.

Dienstag, 14. Oktober 2014

Lass mal netzwerken - Links vom 14. Oktober 2014


Und die letzten Tage fiel mir folgendes auf:

Zurück in BerlinPremiere, doppelt
Ausgezeichnete Rezension eines wichtigen Films. Hier noch die weiteren Termine.

Fakeblog#ProblemeDagi: 10 Tweets und ein paar Tipps
Die Probleme der Jugend beim Shopping. Der Rechtschreibung nach zu urteilen müssen das die sein, die sich bei mir im Borgwürfel um einen Ausbildungsplatz bewerben.

Frei-BlogHartz IV-Tagebuch (mehrere Texte unter diesem Label)
Ich habe lange überlegt, ob ich dorthin verlinken soll. Als jemand, der diese Probleme nicht (mehr) hat, diese Texte, mit denen jemand seinen täglichen Kampf am Rande der Existenz dokumentiert, zu lesen respektive zu verlinken, hat etwas von Voyeurismus.
Anders gesehen stellt jeder Blogger seine Texte der Öffentlichkeit zur Verfügung, wenn er seinen Blog nicht auf "privat" gesetzt hat, und möchte dadurch wohl auch gelesen werden (hoffe ich mal). Okay, machen wir es also. Riskieren Sie doch mal einen Blick abseits der Hetze des Boulevards nach ganz unten, auf die, die nicht über den Monat kommen und nicht wissen, wo sie noch sparen sollen. So läuft das und nein, lustig ist so ein Leben nicht.

ZG BlogDigitale Premiumexistenzen
Schmarmintelligenz vs. digitaler Mob. Von der einst beschworenen Schwarmintelligenz ist nicht mehr viel übrig außer eine kaputte Partei und eine von Interessensgruppen gekaperte Wikipedia, die immer würdeloser um Geld bettelt. Im Gegensatz dazu lebt der Twittermob. Und Clickbait dominiert die Social Media. Schön ist das alles nicht.

the boy in the bubbleWie der Mindestlohn tatsächlich die Pressefreiheit gefährdet
Viel erstaunlicher als die Holzpresse, die sich mit ihrem Lobbyismus selbst ins Knie gefickt hat, finde ich die Tatsache, dass ein Blogger eine Zeitung aus Papier liest. Krasser Hipster.

Das HerrenzimmerOpa erzählt vom Krieg
Buchmesse. Ein Bonmot. Großartig.

berlinpankowbloggerReisetagebuch V: Pueblos & Joints
Der Bundesstaat Colorado hat das Kiffen legalisiert und Ole beschreibt die Praxis des Graskaufens süffisant detailliert. Und natürlich kommt bei mir massivster Neid auf. Wieso muss ich für ein bisschen Gras in irgendwelche Hinterzimmer irgendwelcher heruntergekommenen Kackbutzen im Märkischen Viertel (ganz früher gab es das noch im Hinterzimmer einer Videothek auf der Schönhauser, aber das ist lange her) und ausgerechnet in den USA geht man dafür ganz normal in einen Laden? Ausgerechnet. Verstehe ich nicht. Dieses Land hier hält sich doch sonst für so fortschrittlich.

Aaron T. SchwarzDer Tod mag Pizzas
Lesen Sie noch Berichte über Studien? Ich nicht mehr. Heute das, morgen das, heute die Sau, morgen die Kuh und am dritten Tag ein Schaf. Und von vorne. Und von hinten. Und immer Krebs. Ach weh.

Berlin du bist wunderbarAlte VEB Kühlautomat in Berlin
Ein Landsmann und eine wunderbare Ruine. Noch gibt es welche in dieser Stadt, an deren Stelle sie noch keine gleichförmigen Townhäuser geschissen haben.

So. Nun zur obligatorischen Nahrung. Da hat einer aus der Nachbarschaft ein Foodblog eröffnet. Und haut gleich Spätzle raus, einfach nur Spätzle:

RezeptblockSpatzen

Samstag, 11. Oktober 2014

Der ganz normale Mob


In Ausnahmesituationen lernen Sie Ihre Mitmenschen besser kennen. Das Dumme ist: Die meisten fallen durch.

Frankfurt. Mein Flieger nach Berlin ist gecancelt. Technischer Defekt an der Maschine. Als das durchgesagt wird, muss ich kurz lachen. "Lieber Fahrgastpöbel, wegen Verzögerungen im Betriebsablauf (vulgo: Zug kaputt) muss der Zug der Linie S85 leider entfallen." Kennen wir doch. Jeden Tag. Ein Dummkopf, der in der Hauptstadt der Vernachlässigung kein Stoiker wird. Nur ist es hier in Frankfurt keine S-Bahn, sondern ein Flugzeug, das den Geist aufgibt - eine perverse Form von Evolution in der Schrottkistenwelt.

Folgerichtig ist es Air Berlin, das hier technisch in die Knie geht, und es gibt nicht nur kaputtes Material, sondern auch keine Ersatzmaschine hier an diesem Drehkreuz von Flughafen. Berlin. Air Berlin. Es passt so schön, dass ich gar keinen Witz darüber machen mag, um die wunderbare Atmosphäre, die diese deprimierende Gemeinsamkeit zwischen zwei maroden Verkehrsmitteln mit Berlinbezug erschafft, nicht zu zerstören.

Mich juckt das hier alles nicht. Ich bin heute eigens für einen Vortrag nach Frankfurt gereist und irgendwer zahlt mir alles, was ich dafür an Kosten fabriziere. Natürlich auch ein Hotelzimmer, wenn das notwendig wird. Das Blöde an der Sache ist: Es ist Buchmesse und es gibt gar keine freien Hotelzimmer mehr, es sei denn, ich fahre jetzt um 19:30 Uhr noch mit dem Zug nach Darmstadt, Mainz oder in irgendein anderes dieser traurigen inzestuösen hessisch-pfälzischen Provinznester und checke bei Tante Brigitte's Pensio'n ein, die für mich noch einen Platz auf einem Sofa in der Scheune frei hat.

Ausnahmezustand eben. Manchmal ist es wie es ist und da der letzte Air Berlin-Flug nach Hause gerade abhebt, der genauso zugebucht wie unserer ist, erwarte ich eine ungemütliche Nacht auf dem Flughafen, irgendwo in einer Ecke auf irgendeiner Liege, die ich mir noch erkämpfen werde. Oder ich suche mir ein Hotel mit Bar und Lounge. Irgendwas mit Alkohol, Kaffee und Dach überm Kopf. Denn ich bin Economy Class. Der letzte Arsch. Assipenner. Wurmfortsatz. Das wird mir sehr plastisch bewusst als durchgesagt wird: "Wir bitten alle Passagiere mit Gold- und Platincard an den Schalter. Sie werden auf Lufthansa umgebucht. Beim Rest müssen wir sehen." Chapeau! Mr. Freud übernehmen Sie. Willkommen beim Rest. Wir sind die 99%. Ho Ho Hotelbar. Dort werde ich mir wohl wirklich die Nacht bei lausigem Kaffee, Jacky Cola und zum Töten langsamem WLAN um die Ohren hauen bis sie morgen früh um 6:55 Uhr den ersten Air Berlin-Idiotenbomber für mich frei haben, in dem ich mich mit meinesgleichen suhlen kann: Den Nasenpoplern, den Bommelslipperträgern, den Kampfhundherrchen, den Buchhaltern, den Solariumsbratzen, den Triple-Whopper mit Bacon-Essern. Den Nicht-Satisfaktionsfähigen.

Doch jetzt schlägt erst mal die Stunde des Mobs. Okay, zugegeben, die Sache mit dem "Rest" war sprachlich nicht astrein, aber sonst herrscht rege Betriebsamkeit bei den Verantwortlichen. Man bemüht sich. Vier Fraportsklaven tun was sie können, um eine Lösung zu finden. Die Lufthansa will offenbar Air Berlins Economypack nicht in ihrer Businessklasse haben und auch sonst bietet man uns allen möglichen Airlines an als wären wir Wiesenhof-Hühnchen in Prenzlauer Berg, will sagen: Niemand will uns haben.

Der Mob, der sich gerade vor dem Schalter langsam jedoch unaufhaltsam formiert wie eine Superzelle, besteht im Wesentlichen aus folgenden Typen:

Die Brüller

Die Brüller sind der Klassiker eines jeden Mobs. Sie sind der festen Überzeugung, dass es zur Problemlösung beiträgt, den Menschen hinter dem Schalter in ihre Telefonate zu brüllen, mit denen die versuchen, jeden zu kontaktieren, der heute noch irgendwie nach Berlin fliegt. Zurechtweisungen oder Bitten um Gelassenheit werten die Brüller als persönlichen Angriff auf ihre Meinungsfreiheit und werden noch lauter als sowieso schon. Erdnüsse zu werfen wie bei ihren Wesensverwandten im Affenhaus des Berliner Zoos, die sich gegenseitig die Korinthen aus dem Arsch pulen, hilft wohl auch nicht. Und sowieso gilt: Do not feed. The troll.

Die Scherzkekse

Sie sind zu Beginn der Superzellenbildung noch die angenehmsten Vertreter des Mobs, was mit Blick auf die anderen Irren nichts bedeutet. Nachdem sie kurz ihrem Ärger Luft gemacht haben ohne dass es jemand mitbekommen hat, flüchten sie sich in frotzeligen Galgenhumor, der mir nach zehn Minuten auf den Sack zu gehen pflegt. Meistens sind es die typischen Vertreter konfliktscheuer Zeitgenossen, die über Bande kommen, weil sie ihren Unmut nicht in direkte Worte fassen mögen, aber auch nicht einfach ihre Fresse halten können. "Hahaha. Warten auf Godot!" haut einer raus und seine Claqueure lachen. Hahaha lacht er selbst am lautesten über seinen eigenen Scheiß als wäre er Mario Barth, der im Olympiastadion vor aller Augen einen Furz angezündet hat. Da brat mir doch einer eine Jack-Wolfskin-Jacke. Auch noch kulturell beflissen, der Kerl. Oder doch nur ein Theaterplakat am U-Bahnhof richtig abgelesen. "Hahaha. Wie sagt man so schön? Die Letzten werden die Ersten sein! Hahaha!" Zack! Noch so ein Ding. Bibelfest ist er auch noch, der Penner. Ich krieg' mich kaum ein. Der zündet die Knaller als gäb's morgen keine mehr.

Wenn der Scherzkeks das Eis zu seinen Umstehenden gebrochen hat, kommen zu den schalen Sinnsprüchen aus Oma Petruschkes Mottenkiste noch persönliche Bonmots, irgendwelche halbgaren Geschichtchen irgendwelcher Katastrophen, in denen der Scherzkeks vorgibt schon einmal gesteckt zu haben. Im Dschungel von Thailand. In Ischgl auf einem Berg. In Soest auf der Kirmes. Ein Brüller jagt den nächsten und jeder hat was mit Warten zu tun. Oder einem technischen Ausfall von irgendwas. Oder beidem. Ich habe Musik und ein Ladegerät dabei. Das war wie immer eine gute Entscheidung. Die Band, die ich höre, heißt Katatonia.

Die Resignierten

Sie werten es als persönliche Niederlage, dass der Flieger einen Defekt hat und sind überzeugt, dass sie irgendjemand nicht leiden kann, der dieses ganze Zinnober nur veranstaltet, um sie zu demütigen. "Das war ja klar" ist einer ihrer Lieblingssätze. Sie wissen so sicher wie nichts sonst, dass sie weder heute noch morgen noch überhaupt irgendwie kostenneutral hier weg kommen. Daran ist nur dieser Mehdorn schuld. Oder Wowereit. Zustände sind das. Mit uns kann man es ja machen. Armes Deutschland. Ich möchte einmal erleben, dass... und so weiter, Sie kennen das sicher.

Ihre Gesichter und ihr Gemaule machen mich depressiv und ich möchte mich jedes Mal vor irgendeinen Flieger werfen, wenn jemand von denen neben mir steht und sein Leiden an sich selbst in die Welt heult.

Die Fatalisten

Eine Abwandlung von den Resignierten sind die Fatalisten. Sie haben sich komplett ergeben und schlurfen von offenem Ohr zu offenem Ohr. "Da geht nix mehr" sind sie sich sicher. "Die lassen uns hier verrotten." lautet das traurige Fazit. "Immer Air Berlin, es ist immer Air Berlin, abends Air Berlin ist eine Katastrophe. Das ist bekannt.", wobei sich mir nur die Frage stellt, warum der Arsch seine Verbindung genau so gebucht hat, wenn bekannt ist, dass sie ins Verderben führt.

Die panischen Stresser

"Sie haben Internet? Haben Sie Internet? Sie haben doch Internet!" werde ich bestürmt, weil der Telekom-Hotspot hier am Frankfurter Flughafen tatsächlich mal funktioniert, was mich selbst verwundert. Ja, ich habe Internet, also werde ich von drei panischen Stressern gleichzeitig begattet und bis über die Grenze der Unhöflichkeit dazu genötigt, nach Alternativflügen nach Berlin, den Zugverbindungen durch die Nacht und den hiesigen Preisen für die Mietwagen zu recherchieren.

Es ist anstregend, weil alle Optionen komplett für den Arsch sind, was die panischen Stresser jedoch nicht einsehen wollen, wahrscheinlich weil sie Angst haben, die Dinge dann so hinnehmen zu müssen wie sie sind.

Wie ist die Lage, Nummer Eins?

Sir, die anderen Flieger nach Berlin sind voll, die Mietwagen sind schweineteuer und umständlich, weil man die in Berlin ja zu nachtschlafender Zeit am Arsch der Welt wieder abgeben muss nachdem man sich die ganze Fahrt über mit Red Bull (und Koks, wer hat) wachgehalten hat, und die wenigen Zugverbindungen nach Berlin dauern acht Stunden und laufen über Dortmund, Köln und Chisibubikaio, weil Sie den Sprinter-ICE vom Frankfurter Hauptbahnhof nach Berlin nicht mehr schaffen werden.

Doch, werden wir!

Schaffen Sie nicht.

Doch!

Nein!

Doch!

Nein, wirklich nicht, es ist illusorisch. Fußweg zur Skyline-Bahn zu Terminal 1. Dort Fußweg zur S-Bahn. Dann Ticket holen, zum Hauptbahnhof zuckeln. Dort zum ICE-Gleis tingeln. Sie haben knapp über eine halbe Stunde Zeit dafür. No way.

Aber sie glauben mir nicht und rennen. Arme Irre.

Panische Stresser abzuschütteln dauert - wenn sie nicht in ihrer Hysterie blind irgendwohin rennen - lange und erfordert Kreativität. Meistens muss ich dazu aufs Klo gehen obwohl ich gar nicht muss. Oder ich täusche einen Müdigkeitsanfall vor und werde als Ziel ihrer Panikattacken wertlos, weil ich nicht mehr zuhöre. Oder ich schlafe tatsächlich einfach ein, das geht auch. Wenn es ganz schlimm gekommen wäre, hätte ich mich auch zum Raucher erklären und mich in Richtung einer dieser traurigen verglasten Raucherkäfige verpissen können, in denen sie die Raucher ausstellen wie die Kapuzineräffchen im Zoo. Vorausgesetzt, die Käfige gibt es überhaupt noch. Habe gar keine gesehen bisher.

Und dann gibt es noch den Klassensprecher

Er ist immer der Lauteste. Und es ist immer ein Mann. Oft rekrutiert er sich aus der Gruppe der Scherzkekse. Nachdem er diverse Schwänke aus seinem belanglosen Leben und untaugliche Prognosen zum weiteren Ablauf des Geschehens zum Besten gegeben hat, erklärt er sich mit einem munteren "Also ich geh' jetzt mal nach da vorne und klär' das mal, lassen Sie mich durch bitte!" zum Verhandlungsführer des Mobs. Das Aufplustern geht jedoch nur so lange gut bis er am Schalter angekommen ist und dort abgebügelt wird. Es wiederholt sich jedoch, wenn ein neuer Verantwortlicher auf der Bildfläche erscheint.

Ich selbst setzte mich irgendwann, als ich feststellen musste, dass in dieser gottverlassenen Ecke des Frankfurter Flughafens niemand einen vernünftigen Whisky ausschenkt, mit meinem Internet und der Band namens Katatonia auf eine Bank in einiger Entfernung zum Geschehen, las in ein paar schönen benachbarten Blogs, droppte hier und dort den einen oder anderen Kommentar und wartete darauf, dass was kam. Ich wartete. Und wartete. Nur nicht auf Godot. Haha. Ha. H. Meine Güte Hirn.

Und kam was?

Klar kam was.

Ein Flug nach Wien. Mit einem angepissten Mob, der eine Stunde warten musste, um ein paar Honks mitzunehmen.

Und dann noch ein Flug nach Berlin. Mit einem angepissten Mob, der anderthalb Stunden in Wien warten musste, um ein paar Honks aus Frankfurt mitzunehmen.

Drei Mobs an einem Tag. Einer zerfickter als der andere. Harter Stoff. Den letzten hatte ich seinerzeit im Harz. Am Ticketschalter der Brockeneisenbahn, weil da mehr scheintote Rentner mitfahren wollten als der Zug Platz hatte.

Halten wir auch an dieser Stelle wieder einmal fest: Dieses Land ist unter Druck nicht locker, gar nicht locker.

Es ist wie es ist: In Ausnahmesituationen lernen Sie Ihre Mitmenschen besser kennen. Das Dumme ist: Die meisten fallen durch.