Freitag, 28. Juni 2013

Wer ist der Zweiblattmann?


Die Scheißer bei uns im Bürokomplex kann man in drei unangenehme Kategorien einteilen:

Der Zweiblattmann

Der Zweiblattmann wischt sich den Arsch sehr effektiv und aufwandvermeidend ab. Er lässt immer genau zwei Blätter an der Rolle hängen, so dass nicht er sie wechseln muss, sondern der, der nach ihm scheißt (meistens ich), weil man mit zwei Blättern bei einem durchschnittlichen mitteleuropäischen Schmierschiss, der die Rosette bis weit zu den Arschbacken hinaus einsaut, nicht weit kommt.

Der Bremsspurmann

Der Bremsspurmann weiß nicht, was die Bürste neben dem Klo soll. Dicke braune Streifen zieren die Rinne bis hoch zum Rand, einige künstlerisch verspielt, andere geradlinig nüchtern.
Manchmal übertrifft er sich selbst und schafft es sogar, Dünnes bis rauf auf die Unterseite der Brille zu spritzen. Das lässt er dann wie ein Kunstwerk stehen, als würde er erwarten, dass ihm irgendwann mal jemand einen Preis dafür verleiht.

Der Klowandskulpturist

Der ist oft da. Wenn ich sein Werk sehe, muss ich in die Schüssel kotzen. Er produziert dicke gelbe Popel - gerne in Streifen als Spur an die Klowand geschmiert, semifest und zu länglichen Knödeln gerollt. Luftgetrocknet quasi.
Der Putzer, der dazu verdammt ist, dieses unheilige Klo zu putzen, übersieht das Zeug, denn es ist immer da.
Und so bin ich der, der das nach Wochen wegmacht, weil er es nicht mehr erträgt - mit fünf Lagen Klopapier zwischen meinen Fingern und den Popeln. Und ich bin auch der, der danach noch einmal in die Schüssel reihert, weil noch etwas saurer Magensaft übrig ist.

Das ist es. Das Trio des Grauens. Die Terrorscheißer von meinem Büroflur. Viele tragen Anzug hier, tun fein, Canapee in der Hand, Kopf im Arsch des anderen. Fein. Gehoben. Wichtig. Und auf dem Klo nicht besser als Wirt Stulle mit dem Kopf in seiner vollgekotzten Kneipenschüssel, dem die Reste des halbverdauten Mettbrötchens am fussligen Bart hängen.

Dieser Gedanke versöhnt mich dann wieder. Sie sind keine besseren Menschen, die Krawattenpinguine, sie tun nur so.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Lese Deine Blogeinträge immer zuerst, während der Bürokaffee durchläuft und freue mich dann auf mein freitägliches Stück'chen als Frühstück. Der Kaffe ist jetzt fertig ....und jetzt habe ich kein Hunger mehr.

Danke, Mann

Maracaya hat gesagt…

Uaaaah, zum Glueck habe ich noch nicht gefruehstueckt.

Und zum Glueck bin ich das einzige Maedchen im Buero und habe ein Klo fuer mich allein (hatte ich im vorigen Buero zwar auch, aber da ist immer einer von den Jungs heimlich zum kacken aufs Maedchenklo gegangen. Das geht im neuen Buero zum Glueck nicht mehr).

kalypso hat gesagt…

hehehehe.......das ist schon starker tobak!

als gelernte hotelfachfrau kenne ich mich mit diversen klovarianten jedoch bestens aus. also defacto abgehärtet. und der kaffee schmeckt jetzt trotzdem und essen tu ich früh nix. gut so! :-)

Anonym hat gesagt…

Wir haben noch...

den Liegenlasser: Wir müssen sparen. Da kann noch einer draufscheißen, bevor sich ne Spülung lohnt.

den Nestbauer: Schön kuschlig soll es auf der Brille sein. Auch wegen der ganzen Keime am Arsch und so. Leider landet das Baumaterial nach der Brutphase neben dem Thron, wo es dann bis zum Putzer raschelt wenn man drauftritt.

den Schokoladerfresser: In der Wartephase werden mittels Fineliner die Fugen zur Flurpostille und semioffiziellem Arschrating für alle Weiber der Firma und Schwulen Berlins.

den Stöhner: Sein Keuchen drei Buchten weiter hält mich von eigenem adäquaten Druckaufbau ab und erst das satte Klucksen seiner Wurst erlöst mich durch die Hoffnung, bald wieder alleine zu sein.

SP

µnÐ3rÐ09 hat gesagt…

Sehr schön. Ich kann noch den Schamhaardrapierer ergänzen. Der erklärt sich von selbst. Yummi.

Shhhhh hat gesagt…

Zur Ergänzung, nur um auch andere Geschäfte nicht zu kurz kommen zu lassen:

Der Brillenpisser

Ist häufig männlich chauvinistisch und beginnt eine leicht einsetzende Stirnglatze (Testosteronüberschuss) auszubilden. Pinkelt grundsätzlich im Stehen und behandelt die Brille wie den Beckenrand, von oben herab.

waswegmuss hat gesagt…

Als ehemals Veranstaltungstätiger. Solche mit öffentlichem Publikumsverkehr beackernt war ich Prebesudler. Morgens wurde eine Kabine mit zerknülltem Papier und Wasserspritzern benutzbar gehalten.
Bis ca. 14:00 hatten die anderen Kabinen aufgeholt.

Anonym hat gesagt…

Falls du, Kiezneurotiker, in der Position bist, dir das erlauben zu können, solltest du diesen Artikel ausdrucken und an die Klowand hängen. (Über die Popel.) Musst ja deinen Namen nicht drunterschreiben. Und dann mal die Reaktionen abwarten.

H.O.